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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig

(Fortsetzung von Seite 6)
infrastrukturellen Servicebereich wie Poststelle, Boten-, Pförtner-, Empfangs-, Sicherheits- und Kopierdienst, Catering etc. tätig sind und ein ergiebiges Optimierungspotenzial bieten könnten. In diesem Servicebereich handelt es sich im Regelfall um Low-level-Tätigkeiten von angelernten Kräften, deren Personalkosten am unteren Ende der Gehaltstabelle liegen. Jedoch lassen sich auch hier durch intelligentes Service-Engineering bereichsübergreifend durch strukturierte Abarbeitung und Verteilung von Sofortarbeiten in Verbindung mit speicherbaren Tätigkeiten unter Ausnutzung flexibler Arbeitszeitmodelle deutlich Einsparungen erzielen. Diese Aufgabe kann mit Refa-Methoden angegangen werden, bedingt aber normalerweise, über Organisationsgrenzen hinweg zu arbeiten.
Zentrales Herzstück eines effektiven Facility-Management-Prozesses ist das Flächenmanagement. Es tangiert sowohl die kaufmännische, wie die technische als auch die infrastrukturelle Bewirtschaftung eines Gebäudes. Flächen, die reduziert werden können, müssen weder verwaltet noch instandgehalten noch durch infrastrukturelle Maßnahmen gepflegt oder bearbeitet werden. Aus diesem Grund ist der Einsparungseffekt in mehrfacher Weise vorhanden. Eine Schwachstellenanalyse ist nur mit gesicherten Daten mit Hilfe eines zielorientierten Immobiliencontrollings möglich. Der Bench-Mark-Prozess ist der Weg , der mit sinnvollen Relationen der
Eingangsgrößen die wesentlichen Schwachstellen aufzeigt, um die verborgenen Schätze der Immobilienentwicklung und Bewirtschaftung zu heben.
Es lohnt sich, auf Schatzsuche zu gehen.

Dipl.-Ing. Manfred Stangl,
Lehrbeauftragter Facility Management
Leiter der Niederlassung Stuttgart,
DeTeImmobilien

Prof.Dipl.-Ing Werner G. King
HTWK Leipzig
Fachbereich Bauwesen
Studiengang Architektur
Lehrgebiet Projektmanagement
Karl-Liebknecht-Straße 132
04277 Leipzig
Telefon: (0341) 3076-6289

Während der Nutzungsphase eines Gebäudes lassen sich hingegen nur geringfügige Kostenoptimierungspotenziale bei den Nebenkosten (nach II. Berechnungsverordnung) schöpfen. Die Größenordnung liegt je nach Ausgangslage zwischen 5 bis 15 %. Wesentlich höhere Kostenreduzierungen sind durch stringentes Immobilien-Bench-Marking im Bereich der infrastrukturellen Leistungen und durch Flächenmanagement zu erzielen. Einsparungen von 20 bis 30 % und darüber sind je nach den vorhandenen Gegebenheiten nicht ungewöhnlich. Voraussetzung ist, dass in einem Immobilien-Bench-Marking-Prozess nach der Best-Practice-Methode (Orientierung an den Besten im Bench-Marking-Vergleich) vergleichbare Immobilen – bereinigt um die Nutzerbesonderheiten – analysiert und an den Ergebnissen der Besten optimiert werden. Leider ist auch in der gewerblichen Immobilienwirtschaft die Datenbasis für vergleichende Untersuchungen meist nur auf den eigenen Gebäudebestand beschränkt.

Dass eine derartige Analyse nur bei einem größeren vergleichbaren Immobilienbestand sinnvoll ist, liegt auf der Hand. Ein Ansatz dazu ist sicher die OSCAR-Analyse (Office Service Charges Analysis Report) von Jones Lang Lasalle. Sie untersucht neben den von Jones Lang Lasalle verwalteten Immobilien auch Objekte anderer Unternehmen, die große Bürokomplexe bewirtschaften - wie DeTeImmobilien oder die WestInvest - im Hinblick auf die Nebenkosten. Aus Gründen der Vergleichbarkeit konnten nur Büroobjekte in die Analyse mit einbezogen werden. Wesentlich ergiebiger für den Ansatz der Kostenreduktion wäre eine Analyse der Servicekosten im infrastrukturellen Bereich und der Flächenverbräuche bezogen auf die in den Objekten vorhandenen Arbeitsplätze. Über Analysen im Servicekostenbereich ist dem Verfasser nichts bekannt, wenngleich in einer Büroimmobilie eine ganze Reihe von Mitarbeitern im