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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig
Qualität aus Sachsen weltweit auf Erfolgskurs       Agilogoneufrei.gif (2277 Byte)
Seit neun Jahren entstehen in der Nähe von Leipzig Bühnenkettenzüge und Kettenzugsteuerungen, deren Entwickler und Produzenten mittlerweile weltweit in Theatern und Entertainment-Einrichtungen als Synonym für erfolgreiche Qualität „made in Germany“ stehen: Die Rede ist von der Firma ChainMaster in Eilenburg.
Angefangen hat die ChainMaster-Story eigentlich mit einer simplen Anfrage aus der Bühnenpraxis. Benötigt wurde eine Elektro-Kettenzuganlage, die der damaligen Norm VBG-70 entsprechen sollte. Bei der VBG-70 handelte es sich um eine Unfallverhütungsvorschrift der Verwaltungsberufsgenossenschaft für „Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung“, die auch Durchführungsanweisungen für bewegliche Bühnentechnik beziehungsweise fliegende Lasten enthält. Diese Elektro-Kettenzuganlage war aber gemäß der Anfrage auf dem Markt so nicht vorhanden.


Chain Master Computersteuerung

ChainMaster-Geschäftsführer Frank Hartung, der das Unternehmen damals gemeinsam mit seiner Ehefrau Susanne gründete, erinnert sich: „Das war Anreiz genug für unser Team, ein entsprechendes System zu entwickeln.“ Im Frühjahr 1994 konnte bereits das Ergebnis präsentiert werden: die erste von der Berufsgenossenschaft geprüfte und baumusterzugelassene Steuerung, die ein Jahr später auch die Prüfung nach der EG-Norm mühelos meisterte. Als Produktbezeichnung hatten die Entwickler, die zu diesem Zeitpunkt noch unter Elteko-Commerz firmierten, den Begriff „ChainMaster“ gewählt, der – weil er einfach paßte wie die sprichwörtliche „Faust aufs Auge“ – im gleichen Jahr auch zum Firmennamen wurde: als Elteko-Commerz entstand ChainMaster.
Wichtig bei der Entwicklung und entscheidend für den späteren Erfolg war die Verbindung einer exakten Steuerung mit der Möglichkeit zur exakten Reproduzierbarkeit der Bewegungen mit den hohen Sicherheitsanforderungen,

Chain Master Vario Trolley

die sich aus der VBG-70 ergeben. Und bezahlbar mußte das Ergebnis auch noch sein. Das entwickelte Motor Positioning Control System entsprach diesen Wünschen ohne Einschränkungen. Es handelte sich dabei um eine PC-Steuerung mit entsprechender Software – modular aufgebaut und damit für unterschiedlichste Anwendungen geeignet.
Frank Hartung: „Bereits in der Standardausstattung ist unsere Steuerung mit allen notwendigen Features für den Bühneneinsatz ausgestattet. Dazu zählt die Positionierung und Überwachung von Elektrokettenzügen, Elektrofahrwerken, Vorhangsystemen, Leuchtenhängern, Prospektzügen oder auch Seilwinden. Mit der Steuerung behält man also auch in gemischten Konfigurationen mit unterschiedlichen Antrieben immer die volle Kontrolle.“ Optional stehen für die modularen Anlagen diverse Optionen zur Verfügung: Weg- und Zeitsynchronfahrten, Positionierung mit Inkremental- oder Absolutwertgebern, Vernetzung, Lastüberwachungssysteme, zentraler oder dezentraler Aufbau und einiges mehr wie beispielsweise die Geschwindigkeits-
regelung über Frequenzumrichter.
Mit der Entwicklung der Elektro-
Kettenzuganlage beziehungsweise der Steuerung war aber das Pulver der Konstrukteure von ChainMaster noch lange nicht verschossen. Weitere Entwicklungen folgten. Mittlerweile zählen verschiedene Handsteuerungen, Stromverteilungen, Rigging-Lifte nach der Norm VBG-8 und vielseitiges Zubehör zum Produktions- und Vertriebsprogramm.
So wurde beispielsweise 2001 der VarioTrolley vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Elektrofahrwerk mit eingebautem Frequenzumrichter und Positioniereinheit. Die erste Feuertaufe bestanden 24 Stück dieser Fahrwerke beim Grand Prix Eurovision Song Contest 2001 in Kopenhagen – gekoppelt mit 24 Stück ChainMaster BGV?C1-Kettenzügen und gesteuert durch ein redundantes ChainMaster-Steuersystem. Dieses System

„verfuhr“ acht Traversenhalbkreise horizontal und vertikal über der Bühne und war der Hauptteil der szenischen Bühnentechnik.
Einer der größten Erfolge von ChainMaster war die Vorstellung der VarioLifte 1998. Rund 18 Monate hatten Entwicklung und Testphase gedauert, um einen Lift mit maximaler Präzision bei der Positionierung von Kettenzügen zu entwickeln. Ergebnis war ein VBG-70-Lift mit einem integrierten, vektorgeregelten Frequenzumrichter mit hochimpulsigen Inkrementalgeber für eine Positioniergenauigkeit von 0,2 Millimetern. Heute umfasst die Produktpalette der VarioLifte Modelle für Traglasten von 125 kg bis 6.300 kg entsprechend der neuen Norm BGV?C1, so dass nun für Anwendungen von szenischer Bewegung mit bis zu 30 m/min bis zum Schwerlastzug alle Anwendungsfälle bedient werden können.
Parallel zur Produktentwicklung – in der Entwicklungsphase ist derzeit beispielsweise ein Multi-Bus Control Board für den Einsatz in der Elektro- und Automatisierungstechnik –


Chain Master Vario Lift

ging bei ChainMaster aber auch die unternehmerische Entwicklung kontinuierlich voran. So agiert das sächsische Hightech-Unternehmen mittlerweile mit 16 Mitarbeitern im eigenen Gebäude, hat einen leistungsfähigen Vertrieb im Inland aufgebaut und kann auch im Export nennenswerte Ergebnisse vorweisen. Der Exportanteil beträgt rund 60 Prozent. „Und das können und wollen wir noch steigern“, so Frank Hartung.

Frank Hartung
ChainMaster Bühnentechnik GmbH
Uferstraße 23, D-04838 Eilenburg
Telefon: +49 (0) 34 23 / 69 22-0,
Fax:     +40 (0) 34 23 / 69 22-99
eMail: sales@chainmaster.de.
Internet: www.chainmaster.de

14              Transferbrief Leipzig1/2003