Seit
neun Jahren entstehen in der Nähe von Leipzig Bühnenkettenzüge und
Kettenzugsteuerungen, deren Entwickler und Produzenten mittlerweile weltweit in Theatern
und Entertainment-Einrichtungen als Synonym für erfolgreiche Qualität made in
Germany stehen: Die Rede ist von der Firma ChainMaster in Eilenburg.
Angefangen hat die ChainMaster-Story eigentlich mit einer simplen Anfrage aus der
Bühnenpraxis. Benötigt wurde eine Elektro-Kettenzuganlage, die der damaligen Norm VBG-70
entsprechen sollte. Bei der VBG-70 handelte es sich um eine Unfallverhütungsvorschrift
der Verwaltungsberufsgenossenschaft für Veranstaltungs- und Produktionsstätten
für szenische Darstellung, die auch Durchführungsanweisungen für bewegliche
Bühnentechnik beziehungsweise fliegende Lasten enthält. Diese Elektro-Kettenzuganlage
war aber gemäß der Anfrage auf dem Markt so nicht vorhanden.

Chain Master Computersteuerung
ChainMaster-Geschäftsführer Frank Hartung, der das Unternehmen damals gemeinsam mit
seiner Ehefrau Susanne gründete, erinnert sich: Das war Anreiz genug für unser
Team, ein entsprechendes System zu entwickeln. Im Frühjahr 1994 konnte bereits das
Ergebnis präsentiert werden: die erste von der Berufsgenossenschaft geprüfte und
baumusterzugelassene Steuerung, die ein Jahr später auch die Prüfung nach der EG-Norm
mühelos meisterte. Als Produktbezeichnung hatten die Entwickler, die zu diesem Zeitpunkt
noch unter Elteko-Commerz firmierten, den Begriff ChainMaster gewählt, der
weil er einfach paßte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge
im gleichen Jahr auch zum Firmennamen wurde: als Elteko-Commerz entstand ChainMaster.
Wichtig bei der Entwicklung und entscheidend für den späteren Erfolg war die Verbindung
einer exakten Steuerung mit der Möglichkeit zur exakten Reproduzierbarkeit der Bewegungen
mit den hohen Sicherheitsanforderungen, |

Chain Master Vario Trolleydie sich aus der VBG-70 ergeben. Und bezahlbar mußte das Ergebnis auch noch
sein. Das entwickelte Motor Positioning Control System entsprach diesen Wünschen ohne
Einschränkungen. Es handelte sich dabei um eine PC-Steuerung mit entsprechender Software
modular aufgebaut und damit für unterschiedlichste Anwendungen geeignet.
Frank Hartung: Bereits in der Standardausstattung ist unsere Steuerung mit allen
notwendigen Features für den Bühneneinsatz ausgestattet. Dazu zählt die Positionierung
und Überwachung von Elektrokettenzügen, Elektrofahrwerken, Vorhangsystemen,
Leuchtenhängern, Prospektzügen oder auch Seilwinden. Mit der Steuerung behält man also
auch in gemischten Konfigurationen mit unterschiedlichen Antrieben immer die volle
Kontrolle. Optional stehen für die modularen Anlagen diverse Optionen zur
Verfügung: Weg- und Zeitsynchronfahrten, Positionierung mit Inkremental- oder
Absolutwertgebern, Vernetzung, Lastüberwachungssysteme, zentraler oder dezentraler Aufbau
und einiges mehr wie beispielsweise die Geschwindigkeits-
regelung über Frequenzumrichter.
Mit der Entwicklung der Elektro-
Kettenzuganlage beziehungsweise der Steuerung war aber das Pulver der Konstrukteure von
ChainMaster noch lange nicht verschossen. Weitere Entwicklungen folgten. Mittlerweile
zählen verschiedene Handsteuerungen, Stromverteilungen, Rigging-Lifte nach der Norm VBG-8
und vielseitiges Zubehör zum Produktions- und Vertriebsprogramm.
So wurde beispielsweise 2001 der VarioTrolley vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein
Elektrofahrwerk mit eingebautem Frequenzumrichter und Positioniereinheit. Die erste
Feuertaufe bestanden 24 Stück dieser Fahrwerke beim Grand Prix Eurovision Song Contest
2001 in Kopenhagen gekoppelt mit 24 Stück ChainMaster BGV?C1-Kettenzügen und
gesteuert durch ein redundantes ChainMaster-Steuersystem. Dieses System |
verfuhr
acht Traversenhalbkreise horizontal und vertikal über der Bühne und war der Hauptteil
der szenischen Bühnentechnik.
Einer der größten Erfolge von ChainMaster war die Vorstellung der VarioLifte 1998. Rund
18 Monate hatten Entwicklung und Testphase gedauert, um einen Lift mit maximaler
Präzision bei der Positionierung von Kettenzügen zu entwickeln. Ergebnis war ein
VBG-70-Lift mit einem integrierten, vektorgeregelten Frequenzumrichter mit hochimpulsigen
Inkrementalgeber für eine Positioniergenauigkeit von 0,2 Millimetern. Heute umfasst die
Produktpalette der VarioLifte Modelle für Traglasten von 125 kg bis 6.300 kg entsprechend
der neuen Norm BGV?C1, so dass nun für Anwendungen von szenischer Bewegung mit bis zu 30
m/min bis zum Schwerlastzug alle Anwendungsfälle bedient werden können.
Parallel zur Produktentwicklung in der Entwicklungsphase ist derzeit beispielsweise
ein Multi-Bus Control Board für den Einsatz in der Elektro- und Automatisierungstechnik

Chain Master Vario Liftging bei ChainMaster aber auch die unternehmerische Entwicklung kontinuierlich
voran. So agiert das sächsische Hightech-Unternehmen mittlerweile mit 16 Mitarbeitern im
eigenen Gebäude, hat einen leistungsfähigen Vertrieb im Inland aufgebaut und kann auch
im Export nennenswerte Ergebnisse vorweisen. Der Exportanteil beträgt rund 60 Prozent.
Und das können und wollen wir noch steigern, so Frank Hartung.
Frank Hartung
ChainMaster Bühnentechnik GmbH
Uferstraße 23, D-04838 Eilenburg
Telefon: +49 (0) 34 23 / 69 22-0,
Fax: +40 (0) 34 23 / 69 22-99
eMail: sales@chainmaster.de.
Internet: www.chainmaster.de |