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Im Kraftwerks- und
Anlagenbau werden an die Zuverlässigkeit von Dichtungen höchste
Ansprüche gestellt. Dabei sind die ent-sprechenden Materialien
großen statischen Drücken ausgesetzt bei Temperaturen, die zwischen
-30°C bis + 300°C schwanken können. Dies hat chemische und
physikalische Alterungsprozesse in den
Dichtungen zur Folge, so dass durch Versprödung Leckagen auftreten,
die mit einem hohen Risiko für den Betrieb der gesamten Anlage und
für diese selbst ver-bunden sein können.
Der Physiker Prof. Dr. Friedrich Kremer (Institut für Experimentelle
Physik l der Universität Leipzig) hat nun ein neuartiges
Überwachungssystem entwickelt, das es
erlaubt, die korrekte Montage der Dichtung und die Ermüdung des
Materials zu kontrollieren und darüber hinaus eine eventuelle
Leckage frühzeitig zu erkennen.
Dazu wird in die Dichtung ein Elektroden-Array integriert (s. Abb.
1), was es erlaubt, über eine frequenzabhängige dielektrische
Messung den Zustand des Dichtungs-materials selbst zu überwachen.
Dies ermöglicht es, einerseits die korrekte Montage der Dichtung zu
überprüfen, da die dielektrischen Eigenschaften immer auch vom
Flächendruck abhängen; andererseits
können chemische und physikalische Alterungsprozesse in dem
Dichtungs-material direkt verfolgt werden. Integriert man in die
Elektroden-Anordnung darüber
hinaus ein poröses Material (z.B. eine Glasmembran), das unter
Vakuum einge-schweißt wird, so hat man zusätzlich einen höchst
empfindlichen Leckage-Sensor realisiert, der lange bevor die
Dichtung |
selbst undicht wird
anzeigt, wie weit die Versprö-dungsprozesse schon fortgeschritten
sind. Das gesamte System wird online mittels eines Rech-ners
überwacht, so dass eine fortlaufende Kontrolle an allen
sicherheitsrelevanten Stellen
der Anlage gewährt ist. Professor Kremer ist mit führenden
Dichtungsherstellern in der Bundes-republik, aber auch im
europäischen Ausland in Kontakt, die an dem vorgeschlagenen Konzept
großes Interesse haben. Über die Forschungs-kontaktstelle der
Universität Leipzig wurden zu dem Überwachungssystem
Patentanmeldungen hinterlegt.
Prof. Dr. Friedrich Kremer
Universität Leipzig
Institut für Experimentelle Physik l
Linnestraße 5
04103 Leipzig
Telefon: (0341) 9732550
Fax: (0341) 9732599
e-mail: kremer@physik. uni-leipzig. de
Internet: www.paf. exphysik. uni-leipzig. de
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