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Die Einführung
einheitlicher und vergleichbarer Studienabschlüsse steht vor der Tür.
Alle Hochschulen in Europa sind angehalten, ihre Abschlüsse bis 2010
nach dem sogenannten Bologna Prozess umzustellen. Verbunden damit ist
die Einführung eines zweistufigen Studiensystems. Das bedeutet, dass der
bisherige Diplomabschluss durch die beiden Titel Bachelor und Master
ersetzt wird. Bereits seit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes
im Jahr 1998 haben die Hochschulen die Möglichkeit, neben den bekannten
Diplom-studiengängen gestufte Studiengänge einzuführen, die zum
Bachelor- oder Mastergrad führen. Die Deutsche Telekom Fachhochschule
Leipzig (FHL) plant die Umstellung bereits für das Wintersemester
2005/2006. Ab Septem-ber bietet sie zu den drei Bachelor-studiengängen
erstmals einen Master-studiengang mit dem Abschluss Master of
Engineering an. Doch worum handelt es sich bei diesem Bologna-Prozess?
Ziel dieses sogenannten Bologna- Prozesses ist es, einen einheitlichen
europäischen Bildungsraum zu schaffen. Als wichtigste Etappen zu diesem
Ziel gelten die Konferenzen der EU-Bildungsminister in Paris, La
Sorbonne, Bologna, Prag und Berlin. In Bologna wurden innerhalb dieses
Prozesses sechs Grundsätze verabschiedet:
• Forderung der Verständlichkeit der
Abschlüsse
• Einführung eines zweistufigen
Studiensystems
• Einführung eines
Leistungspunktesystems
• Entwicklung von Maßnahmen zur
Förderung der Mobilität der
Studierenden, der Hochschullehrer und
der Wissenschaftler
• Förderung der europäischen
Zusammenarbeit im Bereich der
Qualitätssicherung
• Förderung der europäischen Dimension
im Hochschulbereich
Über 40 Staaten haben sich bereits diesem Ziel verpflichtet. Um eine
Quali-tätssicherung zu gewährleisten, sollen Evaluierungs- und
Akkreditierungsagen-turen Modelle für die wechselseitige Annerkennung
der akkreditierten, gestuf-ten Studienabschlüsse entwickeln. Die ASIIN
(Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaf-ten,
der Informatik, der Naturwissen-schaften und der Mathematik) ist hierbei
die größte der sechs Akkreditierungs-agenturen in Deutschland. Sie hat
bereits über 270 Studiengänge akkredi-
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tiert und wird auch
die FHL akkredi-tieren. Doch wie lassen sich sich Bachelor und Master
mit den bisherigen Diplomingenieur (FH) und Diplominfor-matiker (FH)
vergleichen und was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen? Bachelor
und Master sind aus dem Angelsächsischen stammende, aufeinan-der
aufbauende akademische Abschlüsse. Der Bachelor ist in der Regel der
erste berufsqualifizierende Abschluss, der darauf folgende Master hat
eine vertiefende Ausrichtung. Diese konse-kutiven Studiengänge sind zur
Zeit weltweit in über 80% aller Länder zu finden. Mit dem
Bachelor-Abschluss haben Absolventen zwei Möglichkeiten: Entweder mit
einem Beruf zu beginnen oder direkt einen Master-Studiengang
anzuschließen. Das Masterstudium kann später nochmals aufgenommen
werden, beispielsweise bei Unterbrechung der Berufstätigkeit oder in
berufsbegleitender Form. Die FHL wird 2006 auch einen berufsbegleitenden
Masterstudiengang anbieten. Der Bachelor vermittelt fach-liches
Grundwissen und Schlüsselquali-fikationen. Dadurch ermöglicht er den
Studenten einen ersten akademischen Abschluss nach sechs Semestern. Zur
Unterscheidung von Bachelor-/Master-abschlüssen und dem bisherigen
Diplom-abschluss hat die Kultusministerkonferenz eindeutig ausgesagt,
dass die »Einführung des Graduiertensystems nach § 19 HRG nicht zu einer
Abwertung der herkömmli-chen Diplomabschlüsse führen darf«. Bachelor-
und Masterabsolventen sind auch in Zukunft in erster Linie Ingenieure.

Professor Dr. Volkmar Brückner
Rektor der Deutschen Telekom
Fachhochschule Leipzig
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