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Die Häufigkeit
von Volkskrankheiten, wie Diabetes mellitus, Übergewicht oder
Bluthochdruck ist stetig steigend. Dieser Entwicklung ist nur
mit breit einsetzbaren und kostengünstigen, bereits auf die
Prävention zielenden Strategien zu begegnen. Spätkomplikationen
dieser Erkrankungen führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung
der Lebensqualität dieser Patienten und machen einen großen Teil
der Kosten des Gesundheitswesens aus. Auf der anderen Seite gibt
es weniger verbreitete Erkrankungen, für die es auch innerhalb
unseres Gesundheitswesens geringe Schulungsangebote gibt.
Nur ein gut informierter Patient ist in der Lage, den Sinn der
durch den Arzt vorgeschlagenen Therapiemaßnahmen zu verstehen
und selbst motiviert und erfolgreich mit seiner chronischen
Erkrankung umzugehen. Um den Patienten dazu zu befähigen, bedarf
es einer regelmäßigen Wiederholung des Erlernten. Um die
Auffrischung des Wissens zu erreichen und damit der
Vergessensrate entgegenzuwirken, sind computerbasierte
Schulungsprogramme ein gutes Werkzeug.
So kann eine derartige Software virtuelle Umgebungen simulieren,
die es dem Patienten erlauben, sein Verhalten im Umgang mit der
eigenen Erkrankung und mit der eigenen Gesundheitsvorsorge auf
eine »sichere« Art und Weise spielerisch zu üben.
Computerbasierte Patienten-schulungen können in verschiedenen
Einsatzgebieten zu einem besseren Erkrankungsverlauf führen und
haben dadurch einen nachgewiesenen Einfluss auf die Verbesserung
der Lebensqualität. Zwar wird diese Aussage durch zahlreiche
Studien untermauert und mittlerweile allgemein als Tatsache
anerkannt, jedoch setzt sich dieses Bewusstsein nur langsam in
der Realität des deutschen Gesundheitswesens durch.
Evaluierungen dieser neuen Schulungsmethoden sind daher ein
wichtiger Faktor zur Weiterentwicklung, Verbreitung und
Akzeptanz von computerbasierten Patientenschulungen. Von der
Arbeits-gruppe Medizinische Lern- und Infor-mationssysteme der
Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum
Leipzig wurden bereits seit 1996 mehrere computerbasierte,
interaktive, multimediale Lernanwendungen für die individuelle
Schulung erstellt und wissenschaftlich
evaluiert. Ein Beispiel hierfür ist der »Baukasten für gesunde
Ernährung«, der unter anderem das
Zusammenstellen |
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eines Tagesplanes
mit Hilfe eines abgebildeten Tellers simuliert und die-sen
auswertet. Als Ergeb-nis der Evaluierung zeigte sich, dass der
Brotein-heiten- und kcal Gehalt von Nahrungsmitteln
unter-schätzt wird. Durch mehrmaliges Absolvieren der
interaktiven Übungen konnte die Einschätzung des richtigen
Brotein-heiten- und kcal Gehalts verbessert werden. Im
Hypoglykämie Schulungs-programm nimmt der Patient eine
simulierte Unterzuckerungssituation ein. Patienten, die das
adaptive Schulungspro-gramm nutzten, benöti-gten weniger
Aktionen, um eine Hypoglykämie zu beseitigen oder diese im
Vorfeld zu vermeiden. Im Schulungsprogramm für die
Getreideunverträglich- |
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Maßgeschneiderte Software für
chronisch Kranke macht´s
möglich: Mobiles Lernen mit dem PDA |
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keit Zöliakie
werden alltägliche Situa- tionen, wie Einkaufen, Essen im
Restaurant etc. virtuellnachgebildet. Die Probanden
lernten mit diesem PC Programm mehr als mit schriftlicher
Schulung und behielten das angeeigneteWissen über einen längeren
Zeitraum. Die Umsetzung des Gelernten in praktische Anwendung
ist mit dem PC Programm größer als mit schriftlicher Schulung.
Um die Patienten optimal in ihrem alltäglichen Leben zu
unterstützen, auch wenn sie nicht an ihrem PC sitzen, ist die
Entwicklung von Schulungs- und Analyse-Anwendungen für die als
PDAs bezeichneten Handcomputer die konse- quente Fortführung
dieser Ergebnisse. Im Rahmen eines durch Exist-Seed (BMBF/ ESF)
geförderten Projekts konnte die Konzeption und Umsetzung solcher
PDA Anwendungen forciert werden.
Neben Schulungsanwendungen für chronische Erkrankungen entsteht
derzeit ein Ernährungsanalysetool (für PDA und Internet),
welches sich dadurch auszeichnet, dass einzelne Lebensmittel
oder Nahrungsbestandteile bei der Auswertung und Empfehlung
ausgewählt und weggelassen werden können.
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Erstmalig können
mit dieser Anwendung auch Allergiker und Menschen mit
Lebensmittelunverträglichkeiten eine derartige Anwendung nutzen
und Vorschläge für eine individuell ausgeglichene Ernährung
erhalten.Derzeit wird die für April geplante Gründung eines
Unternehmens aus der Arbeitsgruppe am Leipziger
Universitäts-klinikum vorbereitet, das sich auf die Entwicklung
von Patientenschulungs- und Gesundheitsinformationssoftware
spezialisiert und diese PDA-Software weiterentwickeln und
veröffentlichen wird.
Kontakt:
Kirsten Meyer & Stoffen Sülzle
Stöckelstraße 50
04347 Leipzig
Telefon: (0341)2348009
Fax: (0341)2348010
e-mail: suelzle@gmx.de
Betreuung:
Universität Leipzig
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Prof. Dr. Ralf Paschke
Philipp-Rosenthal-Straße 27
04103 Leipzig |
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