|
Sie hießen »team
heinrich«, »eine fehlt«, »fo(u)r heine« oder »team busch«: Sie-ben
Gruppen mit Studenten, Jahrgang 2003 des Studiengangs Verlagsherstellung, beteiligten sich am Gestaltungswettbewerb zu
einem Minibuch aus der aktuellen Reihenproduktion des Buchverlages
für die Frau. Der Entwurf des Siegerteams wurde realisiert und
erschien in einer Auflage von 3000 Exemplaren pünktlich zur
Leipziger Buchmesse im März 2006 auf dem Buchmarkt.
»Eigentlich hieß er ja Harry, Harry Heine, ...« mit diesen Worten
beginnt das Manuskript zu »Heinrich Heine - Klassisch gut«, einem
Titel aus dem diesjährigen Frühjahrsprogramm des Buchverlages für
die Frau. Pünktlich sollte er erscheinen, noch in diesem Jahr, in
dem sich der Todestag zum einhundertfünfzigsten mal jährt und
an den großen deutschen Dichter erinnern, dessen Texte wohl nie so
aktuell waren wie heute.
Im Rahmen der Vorlesung zu Typografie III im Fachbereich
Polygrafische Technik der Hochschule für Technik, Wirtschaft und
Kultur übernahmen die Studenten eine Aufgabe zur typografischen
Gestaltung und Reinzeichnung eines Buches. Vom Buchverlag für
die Frau wurde ein Manuskript vorgeschlagen, eine Sammlung von
Texten, Auszüge aus dem literarischen Schaffen Heinrich Heines,
illustriert mit Zeichnungen des Leipziger Malers, Graphikers und
Zeichners Max Schwimmer. Der Titel sollte in der bekannten
Minibuch-Reihe des Verlages mit einem Umfang von 128 Seiten
zweifarbig gedruckt und als
|
bezogener Pappband
produziert werden. Nach einer Vorstellung der Aufgabe und
Einführung in die Reihengestaltung begannen die Studenten mit
der Erarbeitung erster Entwürfe. In verschiedenen Gruppen
entwickelten sie erste Musterseiten und Einbandentwürfe, die im
Unterricht besprochen und diskutiert wurden.
Zweiundsechzig mal fünfundneunzig Millimeter beschnittener Buchblock
- eine anspruchsvolle Aufgabe, denn ob-wohl klein im Format und auf
den ersten Blick leicht zu bewältigen, offenbarte der Titel bei
intensiver Betrachtung und nach ersten Gestaltungsproben einige
Schwierigkeiten. Entsprechend groß war die Neugier der Verlegerin
Frau Christa Winkelmann, welche Entwürfe sie wohl zur Präsentation
zu sehen bekommen würde. Als zusätzliche Aufgabe hatte sie die
Studenten gebeten, sich neben der Arbeit an der Gestaltung auch zu
Werbemitteln für diesen Titel Gedanken zu machen. Nun, sie musste
sich bis Anfang Dezember gedulden, nach vier Wochen war es
soweit. In einem Rundgang stellten die Studenten ihre Arbeiten
der Autorin und dem Verlag vor, erklärten die Entwürfe, sprachen
zu Schrifttypen, Satzspiegel, Druckpapieren, Farbigkeiten und
Einbandgestatung. Eine Stunde lang konnte sich der Verlag nun
davon überzeugen, wie vielfältig die Lösungen für einen
Buchtitel sein können. Jedes Team zeigte seine Entwürfe in
ansprechender Art und Weise und würzte die Vorlagen mit teil-
weise recht kuriosen und interessanten Ideen zur Werbung. Die
Palette reichte hier von »Heine-Talern« und »Heine Teelichtern«
über schöne Lese- |
zeichen bis hin zu
Kühlschrankmagneten oder Minz Pastillen mit Heinezitaten. Nach
erster Sprachlosigkeit aufgrund der hohen Qualität und Kreativität
der gezeigten Buchgestaltungen herrschte große Freude und
Dankbarkeit bei den Auftraggebern, die sich nun vor der unlösbaren
Aufgabe der Prämierung sahen.Pünktlich ist er erschienen, der neue Titel der seit den achtziger
Jahren existieren den Minibuch-Reihe im Buchverlag für die Frau,
gestaltet und hergestellt von Studen ten des Fachbereichs
Polygrafische Tech- nik im Studiengang Verlagsherstellung. Wie
schwer letztendlich die Auswahl der Sieger fiel, zeigt der schöne
Vorschlag des Verlages, die Entwürfe des zweit- und drittplazierten
Teams als besondere Sammler-Edition im Schuber zusätzlich zu
realisieren.
Dipl.-Orafikdesigner Frank
Eilenberger
Vertreter der Professur im Studiengang
Verlagsherstellung
Fachbereich Polygrafische Technik
Hochschule für Technik, Wirtschaft
und Kultur Leipzig (FH)
Gutenbergplatz 2- 4
04103 Leipzig
Telefon: (0341)2170313
Fax:(0341)2170458
e-mail:
frank.eilenberger®fbp.htwk-leipzig. de
Internet: www. fbp. htwk-
leipzig. de |