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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig
Neuer Hochtemperatur-Messkammer zur Materialforschung
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Prof. Bente justiert Brennkammer für Kristalle (Foto: Uwe Pullwitt)
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Perowskitmischkristallen, deren wider-standslose Stromleitung bei tiefen Temperaturen durch verschiedene Metall-kombinationen und den Sauerstoffgehalt gesteuert wird. Ein neues Arbeitsgebiet widmet sich der Synthese von halbleitenden Sulfidmineralen, die eine extrem seltene Ausbildung in Form von Nanoröhrchen und -faden zeigen. Alle Forschungen werden in Kooperation mit Chemikern und Physikern durchgeführt und insbesondere durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundes-ministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die EU und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt stellen Mittel für eine bereits 5-jährige Kooperation mit Wissenschaftlern aus Minsk (Weißrussland) zur Verfügung.

Im Institut für Mineralogie, Kristallographie und Materialwissenschaften der Universität Leipzig können pulverförmige Materialien bis zu 900 Grad und in Kürze mittels einer Zusatzeinrichtung bis zu 1600 Grad, studiert werden. In diesen Kammern, die für insgesamt 350000 EURO durch Bund und Land finanziert wurden, können Proben beim Erhitzen mit Gasen konfrontiert und die Reaktionsprodukte mit Röntgenstrahlen untersucht werden. Institutsdirektor Klaus Bente erklärt den Sinn der Anlage: »Es gibt eine Reihe von Materialien, die in der Optoelektronik, als Supraleiter und als Sensoren sowie für die Photovoltaik aber auch in der Baustoffforschung interessant sind und erst bei hohen Temperaturen entstehen. In der Messkammer lässt sich ihr Entstehungsprozess per Röntgen- beugung kontinuierlich verfolgen und optimieren, so dass erwünschte kristall-chemische und kristallphysikalische Eigenschaften eingestellt werden können.
Die Röntgenbilder der untersuchten Proben
sind für den Materialforscher das, was für
den Kriminalisten Fingerabdrücke bei der

Täterfahndung sind. Sie zeigen Interferenzmuster, aus denen insbe-sondere kristalline Stoffe identifiziert werden können. Hierzu steht eine internationale Vergleichsdatenbank von über 100000 Substanzen zur Verfügung, die durch die Arbeitsgruppe in der Mineralogie durch Daten für neue Substanzen erweitert wird. Im Institut wird ständig nach neuen Materialien auch in der Natur geforscht, die sich durch besondere Eigenschaften auszeichnen und einer industriellen Anwendung zugeführt werden können. Hierbei werden gezielte Synthese und Materialcharakterisierungen gerade mit der neuen Anlage durchgeführt, die auch für Auftragsforschungen aus der Industrie wesentlich sind. Aufgrund der jahrelangen Erfahrungen in der Anwendungs- und Grundlagenfor-schung ist eines der Interessen auf Materialien gerichtet, die Solarzellen auf biegsamen Folien erlauben und dabei ohne giftige Schwermetalle auskommen. Ein weiteres Projekt gilt

Prof. Dr. Klaus Bente
Universität Leipzig
Institut für Mineralogie, Kristallographie
und Materialwissenschaften
Scham horststraße 20
04275 Leipzig
Telefon: (0341)9736250
Fax: (0341)9736299
e-mail: bente@rz.uni-leipzig.de
Internet: www. uni-leipzig. de/~minkrist

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Transferbrief Leipzig2/2003