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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig

Wenn die Chemie stimmt ...
Zwei junge Forscherinnen in Dipoliswalde

 

Kristin und Nancy


Nancy forscht im Praktikum mit Bakterien-DNA


Kristin hat sich für die Lebensmittelchemie entschieden

Kristin Richter ist siebzehn Jahre alt. Am Beruflichen Schulzentrum Dippol-diswalde bewarb sie sich mit dem Zeugnis der Realschule. Wahrscheinlich weiß sie es selbst noch nicht, doch Kristin besitzt schon jetzt eine unge-meine Souveränität im Gespräch. Auf der Bais von Wissen und Überzeugungen baut sie immer neu auf, stellt als Forscherin alles, auch sich selbst, immer wieder in Frage.
Nancy Blüthgen (20) geht mit Kristin in eine Klasse. Beide sind im zweiten Ausbildungsjahr. Zu Nancys Aufgaben gehörte die Manipulation von Bakterien- DNA. Da fallen manch einem sofort Szenen aus Horror-Science-Fictions ein, doch davon hält Nancy gar nichts. »Die DMA dieser Bakterien ist der menschlichen sehr ähnlich«, erklärt sie. »Das Ziel dieser Forschung ist, menschliche Gen-Defekte in den Griff zu bekommen.«
An der Schule in Dippoldiswalde hat Nancy die Chemie entdeckt, die während des Abiturs zunächst im Nebenfach abgelegt war. Die Schule dauert von 7.30 Uhr bis 14 Uhr oder 15 Uhr. Danach ist jedoch noch nicht Schluss. Häufig sind Protokolle der Experimente in den chemischen und biologischen Labors der Schule auszuwerten, und natürlich müssen sich die Schüler auf den Unterricht vorbereiten. Auf die Neuen, die im Herbst  mit  der  Ausbildung  beginnen

warten in Dippoldiswalde zwei neue Fächer: Molekularbiologie und Biotechno-logie. Wie hält man sich bei so einem Programm fit? »Weil das Lernen Spaß macht, ist man fit. Man kann viel Wissen mit in den Alltag nehmen, zum Beispiel über die Lebensmittel«, sagt Kristin. Zur Entspannung musiziert sie in ihrer Freizeit. Sie spielt Akkordeon und Trompete.
Nancy möchte nach 14 Jahren Schul-bank erst mal zwei oder drei Jahre arbeiten und Geld verdienen, bevor sie das Ingenieurstudium beginnt. Sie hat sich in einem Labor in der Schweiz beworben. »Die Schweiz hat eine schöne Landschaft und außerdem verdient man dort gut«, erklärt Nancy. Falls es mit dem Job nichts werden sollte, bewirbt sie sich für das Ingenieurstudium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.
Und wie verbringt Nancy ihre Freizeit? Falls jemand aus der WG an ihre Tür klopft und fragt, ob sie Lust auf eine Spritztour nach Dresden oder ins Gebirge hat, trifft er Nancy vielleicht bei der Auswertung eines Protokolls oder beim Lernen an. Und falls sie gerade nicht lernt, liest sie ein Buch. Und was liest Nancy im Moment? Parfüm, Portwein, PVC... »Chemie im Alltag« von John Emsley.

(Text und Fotos von Kathrin Schrader)

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Transferbrief Leipzig 2/2003