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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig

Enzyme aus Leipzig

Die c-LEcta GmbH wurde im April 2004 als Spin-off der Universität Leipzig gegrün-det. In einer Kooperation der Nachwuchs-gruppe »Protein Engineering« des Biotechnologisch- Biomedizinischen Zen-trums Leipzig, welche von Herrn Dr. Thomas Greiner-Stöffele geleitet wird, mit Herrn Dr. Marc Struhalla, ehemals Mitar-beiter der Universität Leipzig, wurde ein neues Verfahren zur industriellen Anpas-sung von Enzymen entwickelt. Enzyme sind Eiweißmoleküle, die als Kataly-satoren chemische Reaktionen beschleu-nigen. Die »Amylase« ist ein Beispiel für ein Enzym.
Sie bewirkt im Speichel die Umwandlung von Stärke in Zucker. Ein weiteres Beispiel ist die »Alkohol-Dehydrogenase«, welche für den Abbau von Alkohol im Körper verantwortlich ist. Wegen ihrer zen-tralen Bedeutung in allen Stoffum-setzungen in der belebten Natur kann man Enzyme auch als die Handlanger des Lebens bezeichnen. Enzyme finden aber auch vielfältige Anwendungen in For-schung, Industrie und Medizin. Diese reicht von der Nutzung von Enzymen als molekulare Werkzeuge in der Forschung bis zu deren Einsatz als Biokatalysatoren in der chemischen Industrie. Dies spiegelt sich in verschiedenen, teilweise stark

Enzyme finden vielfältige Anwendung in der Indusrie. In den meisten Waschmitteln tragen sie zur effektiven Entfernung von Schmutzparti- keln bei oder werden zum Bleichen von Jeansstoffen in der Textilindustrie angewandt. Bei der Herstellung von Backwaren bewirken sie eine gleichmäßige Färbung der Kruste oder werden von der chemischen Industrie zur kostengünstigen Synthese einer Vielzahl von Chemikalien verwendet.

voneinander abgegrenzten Enzym-märkten wider. So betrug der Weltmarkt 2002 für industrielle Enzyme 1,4 Mrd. Euro oder der US-Markt 2002 für Werk-zeug-Enzyme für die Forschung 275 Mio. Euro. Mit ihrer zum Patent ange-meldeten Screening-Methode führt die c-LEcta GmbH ein neues Verfahren zur Entwicklung von Enzymaktivitä- ten in den Enzymentwickler-Markt ein. Im Ver-gleich mit dem üblichen High-Throughput-Screening benötigt das neue

Verfahren nur einen Bruchteil der anfallenden Kosten und Zeit für die Durch-musterung sehr großer Enzymvarianten-Bibliotheken. Die Anwendbarkeit des Verfahrens (proof of principle) konnte bereits gezeigt werden. Im September dieses Jahres wird die c-LEcta GmbH in die Biocity Leipzig einziehen. Für die nächsten zwei Jahre wird die Produkt-entwicklung in enger Kooperation mit der Nachwuchsgruppe »Protein Engineering« weitergeführt und sich vorerst auf den Markt für Werkzeug- Enzyme für die Molekular-biologie und Gen- technik konzentrieren. Weiterhin wird die c-LEcta Technologie auf zusätzliche Enzym- klassen verbreitert, mit dem Ziel, regionale und überregionale Kooperationspartner zu akquirieren. Die vielfältigen Unterstützungen der Stadt Leip-zig, des Freistaates und der Universität Leipzig bieten hervorragende Rahmen-bedingungen für die Standortwahl der c-LEcta GmbH.
 

Dr. Thomas Creiner Stöffele
c-LEcta GmbH
Brüderstraße 34, 04103 Leipzig
Telefon; (0341)9736908
Fax: (0341)9736998


Startkapital für High-Tech-Firmengründungen

Nachdem die Kreditanstalt für Wieder-aufbau und die Deutsche Ausgleichsbank zur KfW Bankengruppe fusioniert haben, sind die Förderprogramme für Unter-nehmen zum Teil zusammengelegt, verändert oder umbenannt worden. Die Förderaktivitäten für Gründer und mittel-ständische Unternehmen sind nun in der KfW-Mittelstandsbank konzentriert. Für die Gründung eines Unternehmens kommen nicht nur Darlehen in Betracht, sondern auch Beteiligungskapital. Solche innovativen Finanzierungsprodukte werden durch das Steinbeis- Transferzentrum TIB mit seinen Standorten in Mannheim, Leipzig und München im Auftrag der KfW-Mittelstandsbank zugänglich gemacht. Das Steinbeis-Transferzentrum TIB ist spezialisiert auf technologieorientierte Unternehmensgründungen. Frühphasen von Unternehmensgründungen (Pre-Seed- und Seed-Phase) sind meist dadurch gekennzeichnet, dass Erfolg versprechen-de Vorhaben mit enormem Innovations-potenzial für viele Beteiligungskapitalgeber zu risikoreich sind. Aufgrund dieser

 Erkenntnis hat die 1989 gegründete tbg Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH, die heute Teil der KfW-Mittel-standsbank ist, ein interessantes För-derinstrument geschaffen, das trotz seiner Vorteile noch relativ unbekannt ist. Es handelt sich um das Förder-programm BTU- Frühphase (BTU = Beteiligungskapital für kleine Techno-logieunternehmen), das für junge innovative Unternehmen bzw. Gründer maßgeschneidert ist. Die tbg stellt mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) für Unternehmensgründungen bis zu 150000 EUR zur Verfügung. Diese Mittel dienen dazu, sämtliche Aufwendungen (i.d.R. Betriebsmittel, d.h. alle laufenden be- trieblichen Kosten, auch die Gründungs-kosten sowie Personalkosten, Mieten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Beratungskosten) im Zusamm-enhang mit der Errichtung einer Gesellschaft zu finanzieren. Hierzu zählen z. B. auch die Erstellung eines prüffähigen Business Plans, der Aufbau

der Firmenstruktur,die Gründung des Unter-nehmens und die Know- how-Sicherung. Das Besondere dieser Fördermittel ist, dass es sich nicht um ein Darlehen sondern um Eigenkapital handelt. Grundsätzlich gilt nämlich: je mehr Eigenkapital dem Unternehmen zur Ver- fügung steht, desto besser. Beteiligungs-kapital verbessert die Bonität, verbreitert die Haftkapitalbasis, was wiederum als Grundlage für Kredite dienen kann und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Die BTU-Frühphase zielt auf Gründungsvor- haben, die ein schnelles Wachstum erwarten lassen. Damit verbunden ist ein hoher Kapitalbedarf. Da junge Unternehmen in der Regel weder über Anlagevermögen, materielle Sicherheiten noch über einen festen Kundenstamm verfügen, kann der Kapitalbedarf meist nur von VC- bzw. Beteiligungs-Gesellschaften gedeckt werden. Sie vergeben Eigenkapital statt Kredite. Im Gegenzug sind die Investoren am Unternehmen beteiligt. Auf Grund der hohen Anforderungen der Geldgeber an die kapitalsuchen-

 

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