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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig
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Geleitwort



Mit dem Bekenntnis zu ihrem Leitmotiv »Aus Tradition Grenzen überschreiten« hat die Universität Leipzig im Jahre 2002 ihr Selbstverständnis und ihren Selbstanspruch formuliert und im Rahmen der Diskussion des Entwick-lungskonzeptes Leitsätze als überge-ordnete Prinzipien aller Entscheidungen und Grundlage für die Entwicklung der Universität Leipzig beschlossen. Die Universität Leipzig versteht sich als eine klassische Voll Universität mit einem sehr breiten Spektrum wissenschaft-licher Fächer, die sich in übergreifender Zusammenarbeit von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, der Medizin und der Veterinärmedizin gegenseitig anregen und entwickeln. Grenzüber-schreitungen zwischen den herkömmli-chen wissenschaftlichen Disziplinen,
internationale Kooperationen, die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft, und zwar sowohl regional als auch international, werden zunehmend wichtiger, wenn Europa nach den Beschlüssen von Bologna und Lissabon zur Schaffung eines europäischen Hochschul- und Forschungsraumes bis zum Jahr 2010 zur wett- bewerbsfähigsten Wirtschafts- und Wissenschaftsregion der Welt werden soll.
Grenzüberschreitungen finden an der Universität Leipzig ihren Ausdruck in einer Vielzahl von Aktivitäten. Sie sollen den Ruf der Universität Leipzig als mo-derne Lehr- und Forschungseinrichtung weiter festigen. Dabei will sich die Universität  Leipzig  aktiv i n  regionale
 

Entwicklungen mit einbringen und diese befördern.
Ende Februar 2004 hat das Rektorats-kollegium die Leipziger Forschungs-einrichtungen zu einem »Leipziger For-schungsgipfel« eingeladen. Die Universi-tät Leipzig verfolgt damit das Ziel, neue interdisziplinäre Forschungsverbünde zu bilden. Hintergrund unserer Überlegun-gen hierbei ist, das in Leipzig vorhan-dene Potenzial von 18 außeruniversi-tären Forschungseinrichtungen sowie die nicht unbeträchtliche Zahl hochinnova-tiver Unternehmen besser zu verzahnen. Wir haben festgestellt, dass in der gegenwärtigen Diskussion um Elite-universitäten diese außeruniversitären Forschungseinrichtungen bis-lang eher eine marginale Rolle spielen, obwohl sie, im Gegensatz zu anderen Ländern, in der deutschen Forschungs-landschaft von eminenter Bedeutung sind. Ergebnis der Diskussionen auf diesem For-schungsgipfel sind eine erste Positio-nierung und mehrere Cluster heraus-ragender wissenschaftlicher Kom-petenzen für eine zielorientierte For-schungsförderung. Zwei der Initiativen, die Leipzig als Wissenschaft mit Wirtschaft vernetzenden Exzellenz-standort auszeichnen, sind dabei besonders hervorzuheben. Im Mai 2003 wurde die BIO CITY Leipzig eröffnet, über die bereits ausführlich berichtet wurde. Hier arbeiten sechs Professoren des
Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums der Universität Leipzig, an dem insgesamt 29 universitäre Forschungs-gruppen beteiligt sind, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Firmen der Biotech-nologie und Biomedizin. Ausgehend von dem hier vorhandenen Potential kann Leipzig sich zu einem national und international führenden Standort auf diesem Gebiet entwickeln.
Das im März 2003 aufgrund der im Freistaat Sachsen vorhandenen, auf Mittel- und Osteuropa fokussierten Kompetenzballung unter Federführung der Universität Leipzig gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrich-
tungen, regionalen Wirtschaftsunter-nehmen und der Stadt Leipzig gegründete Kompetenzzentrum Mittel- und Osteuropa Leipzig gibt Hilfestellung bei der Einwerbung von forschungs-bezogenen Drittmitteln, dient als Informationsdrehscheibe für Forschung und Öffentlichkeit sowie als Schnittstelle der regionalen Forschungs-, Unter-nehmens- und Kulturlandschaft. Hier wurde auch die Konzeption des vom

Freistaat Sachsen beim Bundesministe-rium für Verkehr, Bau- und Wohnungs-wesen eingereichten Antrages auf Ansiedlung des in der rot-grünen Koalitionsvereinbarung avisierten Mittel- und Osteuropazentrums für Wirtschaft und Kultur in Leipzig ausgearbeitet, über den der Entscheid immer noch aussteht. Bei der Diskussion um Eliten und Spitzenleis-
tungen möchte die Universität Leipzig aber
auch vermitteln, dass sie Forschung mit Praxisbezug betreibt und zeigen, welche Auswirkungen Ergebnisse der Forschung im Alltag haben können. Unter dem Motto GRENZÜBERSCHREITUNGEN präsen-tierten sich Wissenschaftler der Uni-versität und mit ihnen kooperierende Forschungseinrichtungen auch in diesem Jahr Mitte Mai den Bürgern von Stadt und Region in der Leipziger Innenstadt mit der inzwischen schon traditionellen Veranstal-tung »campus«. Sie berichteten über For-
schungsprojekte, stellten moderne wissenschaftliche Geräte und Verfahren vor, veranstalteten Quiz-Spiele und testeten Blut- und Cholesterinwerte. Gleichzeitig fand der Studieninfor-mationstag statt, auf dem sich unsere zukünftigen Studenten über die Studienmöglichkeiten an der Universität Leipzig informieren konnten. Umrahmt wurde das ganze durch »UNI-QUADRAT Campus - grenzenlos?!«, einem bunten Programm mit Musik, Poetry Slam, Tanz u.v.a.m des Studenten rates und unseres
Radios mephisto 97.6. Rund 15000 Besucher nutzten diese Informations-möglichkeiten. Dicht umlagert war insbesondere auch das Modell des Campus-Neubaus am Augustusplatz, der
bis zum 600. Geburtstag der Universität im Jahre 2009 entstehen wird. Damit wird die Universität im Zentrum der Stadt, an ihrem angestammten Platz, endlich auch jene bauliche Gestalt wieder erhalten, die ihrer Rolle in der Gesellschaft und in der Stadt Leipzig entspricht.

 

 

Prof. Dr. Martin Schlegel
Prorektor für Forschung und wissenschaft-
lichen Nachwuchs
 

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