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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig
Überblick über die Technologie-Entwicklung bei der instrumentellen
Analytik sowie labortechnischen Geräten und Einrichtungen

Der Fachbereich Analysen-, Bio- und Labor-technik im Spectaris e.V. des deutschen Industrieverbandes für optische, medizini-sche und mechatronische Technologien ist die Verbandsvertretung einer Branche, die in Deutschland 324 Betriebe zur Herstellung entsprechender Geräte und Einrichtungen mit rund 30500 Beschäftigten umfasst. Der Gesamtumsatz betrug im Jahr 2003 circa 4,1 Milliarden Euro bei genau 50 Prozent Exportquote. Die nachfolgenden Aussagen zur Technologieentwicklung bei der instru-mentellen Analytik sowie labortechnischen Geräten und Einrichtungen basieren auf Veröffentlichungen der nationalen und inter-nationalen Fachpresse, auf eigenen Erkennt-nissen sowie Veröffentlichungen bezüglich neuer Produkte und Verfahren von Unter-nehmen der Branche. Die hier gewählten Beispiele erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und konzentrieren sich mehrheitlich auf deutsche Anbieter.

Technologieentwicklung in der instru-mentellen Analytik
Im gesamten Verlauf der Entwicklung der instrumentellen Analytik hat eine enge Wechselwirkung und gegenseitige Befruch-tung von Gerätetechnologien und Fort-schritten der analytischen Methodik statt-gefunden. Ohne leistungsfähige Hohl-kathoden-Lampen keine AAS als Routine-methode, ohne Hochtemperatur-Plasma-fackel keine moderne optische Emissions-spektroskopie. Mittlerweile fast selbstver-ständlich, aber weiterhin aktuell sind Megatrends, wie
• Analyse immer kleinerer Probenmengen
  mit immer niedrigeren Nachweisgrenzen
• wachsende Bedeutung der Mikroprozessor-
  technik und Gerätesoftware
• ständige Erhöhung der Messge-
  schwindigkeit und des Probendurchsatzes
• Vereinfachung der Bedienbarkeit,
  kompakter und robuster Geräteaufbau
  (tragbar)
• Wachsende Bedeutung von Methoden-
  kopplungen
um hier nur einige zu nennen. Im Folgenden
seien beispielhaft Innovationen genannt, wel-
che auf der letztjährigen Leitmesse Analy-tica in München vorgestellt wurden:
Neue Messprinzipien finden sich in der PTR-
MS-Gasanalyse von lonicon Analytik. In ihre
neuen Gerät wird die Forschungsmethodik der Protonen- Tausch- Reaktions- Massen-spektrometrie für die Echtzeitanalytik flüchti-ger organischer Verbindungen (VOC) nutzbar gemacht. SPECTRO hat die Messge-schwindigkeit beim neuen ICP-Spektrome-ter »Giros Vision« deutlich gesteigert. Analytic Jena greift das Konzept der Mehr-element-AAS  mit  Kontinuumstrahler   auf.


Probenahme im Labor

Technologieentwicklung bei labor-technischen Geräten und Einrich-tungen

Im Bereich labortechnische Geräte und Einrichtungen spielen die erwähnten Trends eine große Rolle, stehen diese Geräte doch zum Beispiel bei der Proben-vorbereitung im Rahmen der Wertschöp-fungskette in enger Beziehung zur instrumentellen Analytik.
Die Miniaturisierung äußert sich hier in einem kompakten und robusten Aufbau der Geräte. Als Beispiel seien die AII-Edelstahl-Ministate der Firma HUBER genannt, die »neue Maßstäbe hinsichtlich Kälteleistungsdichte und Volumenkälte-leistung in der Kompaktklasse« setzen. Als Beispiel für die Probenvorbereitung sei die neue Ultra-Zentrifugalmühle ZM 200 von Retsch genannt, mit der in kürzester Zeit Chemikalien, Kunststoffe, pharma-zeutische Rohund Hilfsstoffe sowie Nahrungs- und Futtermittel bis zu einer Feinheit von 40 Mikrometer schnell zer-kleinert werden können.
Im Bereich des Liquid Handlings sei die neue Werkstation EP Motion 5070 der Eppendorf AO genannt, die zügiges und reproduzierbares Dosieren mittels Pi-pettieren, Dispensieren und weiterer Do-siervarianten erlaubt.
Von der Firma LAUDA werden die Labor-thermostate Proline sowie die Prozess-thermostate Integral T und XT vorgestellt, bei denen große Temperatur-bereiche von -90 bis 300°C mit großer Geschwindigkeit durchfahren werden können. Auch die Firma JULABO Labortechnik bietet mit ihrem Thermostatenprogramm und den Prozessthermostaten Presto Temperier-systeme für Labor und Technikum.

Technologieentwicklung bei der
Mess-, Prüf- und Regeltechnik

Auch im Bereich der Geräte für Mess-, Prüf- und Regeltechnik gibt es zahlreiche Beispiele für neue Technologien. So  kündigt die Firma Dr. Bruno Lange/Hach ein  neuartiges  Messgerät  für  gelösten

Sauerstoff mit Hilfe der Lumineszenz- messung an. Das neue LAUDA DVS 1 Viskosimeter misst parallel die dynamische Viskosität von Flüssigkeiten sowie deren Dichte mit Hilfe einer in der Messprobe schwingenden Perle. Als Beispiel für die Verbesserung vor-handener Messverfahren sei der Laser Partide Sizer der Fa. Putsch genannt, der zusätzlich zur Messung der Partikel-größe auch die Partikelform analysiert. Die Fa. TA stellt ein neues dynamisches Differenzkalorimeter Q 1000 der Hoch-leistungsklasse mit zuvor unerreichten Leistungskennwerten im Bezug auf Ba-sislinienstabilität, Auflösung und Mess-genauigkeit vor. Thermo Electron präsentiert das Haake CaBER als das »einzig kommerziell erhältliche Rheo- meter« zur Bestimmung von Flüssig-keiten, z. B. Beschichtungs-stoffe, Kleb-stoffe und Lebensmittel, mit dem sich die »Zügigkeit« quantitativ und Tack qualitativ bestimmen lassen.

Technologieentwicklung bei Labor-datensystemen
Immer größeren Stellenwert aufgrund der steigenden Bedeutung von Wirtschaft-lichkeit, Dokumentation und Manage-ment gewinnen Labordatensysteme. Stellvertretend hierfür seien zwei Bei-spiele genannt, und zwar SAP, die ein Laborinformations- und  management-system (LIMS) anbietet, das als »Enterprise LIMS« direkt mit dem ERP System zur Unternehmenssteuerung und -kontrolle verknüpft ist. Die Firma SARTORIUS präsentiert eine hersteller-unabhängige Softwarelösung für die Vernetzung »einfacher« Laborgeräte - wie Waagen oder Titrierautomaten -, um die von der 21 CFR Part 11 geforderte Nachvollziehbarkeit aller Laborprozesse sicherzustellen.





Dr. Gerhard Wobser
Leiter des Spectaris Fachbereiches
Analysen-, Bio- und Labortechnik
Geschäftsführender Gesellschafter
LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KO
Pfarrstraße 41/43, 97922 Lauda-Königshofen
Telefon: (09343)503211
Fax: (09343)503281
e-mail: info@lauda.de
Internet: www.lauda.de

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