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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig
Methoden und Anwendungsfelder der Faseroptischen
Temperaturmessung



Der Sensoreffekt bei den nachfolgend hauptsächlich betrachteten extrinsischen Verfahren wird meist an der Spitze der Glasfaser in Form eines Festkörpers, eines fluoreszierenden Farbstoffes, einer Struktur in der Faser selbst oder als mikrooptische Struktur realisiert (vgl. auch Abb. 1). Die Messung der Temperatur ist eine der häufigsten Messungen in Wissenschaft und Technik, da von einer zuverlässigen und genauen Temperatur-messung eine Vielzahl technischer Prozesse und Anwendungen abhängig sind. Unter dem Einfluss von starken elektrischen, magnetischen und elektro-magnetischen Feldern (Hochspannung, Radiowellen- und Mikrowellenanwendun-gen, Magnetische Resonanzspektros-kopie - NMR und ESR -), in explosions-gefährdeten Bereichen oder aggressiven Medien können herkömmliche Thermo-elemente oder Widerstandsthermometer nicht sicher und zuverlässig eingesetzt werden. Für solche Anwendungen werden zunehmend Faseroptische Messverfahren genutzt, da sie prinzipbedingt unempfind-lich gegenüber elektromagnetischen Feldern sind, aber auch geringe Messwertverfälschungen durch minimale Wärmeableitung und Wärmekapazität verursachen. Nachfolgend werden gängige Messprinzipien vorgestellt und verschie-dene Anwendungsfelder aufgezeigt.

Grundlagen
Faseroptische Messmethoden lassen sich zunächst einmal in extrinsische und intrinsische Verfahren unterscheiden. Bei intrinsischen Verfahren ist die Glasfaser

selbst der Sensor, während bei extrinsischen Verfahren die Glasfaser ausschließlich  zum  Lichttransport dient. Der Sensoreffekt bei den nachfolgend hauptsächlich betrachteten extrinischen Verfahren wir meist an der Spitze der Glasfaser in form eines Festkörpers, eines floureszierenden Farbstoffes, einer Struktur in der Faser selbst oder als mikroskopische Struktur realisiert (vgl. auch Abb 1).

Abb. 1: Messprinzip Bandkantenverfahren

Als temperaturabhängige Sensoreffekte sind u.a. bekannt:
• die Abhängigkeit der Lage der Band-
  kante von GaAs,
• die spektrale Änderung eines
  faserimplementierten Fabry-Perot
  Interferometers,
• die Fluoreszenzabklingzeit eines
  Farbstoffes (Relaxationszeit) oder
• die Wellenlängenänderung eines Faser-
  Bragg-Gitters.
Die am häufigsten genutzten Senso-reffekte codieren die Temperaturänderung in einer Änderung des Spektrums.

Messmethoden
So ändert sich beim sogenannten Band-kantenverfahren die Lage der elektr-onischen Bandkante eines an die Faser-spitze geklebten GaAs-Kristalls mit etwa 0,4 nm/Kelvin. Ein in der Auswerteeinheit befindliches Spektrometer registriert das vom Kristall reflektierte Licht einer Miniaturlichtquelle. Aus der Lage der Bandkante wird die Temperatur ermittelt. Bei einem Sensor nach dem Prinzip eines Fabry-Perot-Interferometers befinden sich zwei sehr kurze, partiell verspiegelte Faserenden in einer Mikrokapillare aus Glas (Fabry-Perot-Cavity). Die beiden gegenüberliegenden Faserenden bilden ein Interferenzfilter, dessen spektrale Reflektivität vom Abstand der Endflächen abhängt. Ein thermisch bedingtes Schrumpfen bzw. Ausdehnen der Mikrokapillare ändert den Abstand der Faserenden und somit das Verhalten des Filters im Spektralbereich.
Ein bereits seit längerem eingesetztes Verfahren ist die Abhängigkeit der Fluoreszenzabklingzeit  von der Tempera-

tur. Das Licht einer Blitzlampe, oder neuerdings einer gepulsten blauen LED, beleuchtet einen am Faserende befindlichen fluoreszierenden Farbstoff. Die Abklingkurven der Fluoreszenz (Relaxation) sind temperaturabhängig. Dadurch kann ohne Spektrometer zu zwei festen Zeitpunkten im Abstand von einigen Millisekunden nach dem Puls die Intensität gemessen und daraus die Temperatur ermittelt werden.
Bei einem Faser-Bragg-Gitter-Sensor werden mit einem Laser in Monomode-Fasern periodische, irreversible Brech-zahländerungen in die Faser eingebracht. Diese »Störungen« wirken gemeinsam als wellenlängen-selektiver Spiegel, dessen Wellenlänge gemessen wird. Bedingt durch die thermische Ausdehnung der Faser kommt es zu einer Wellenlängenänderung die mit der Temperatur korreliert. Faser-Bragg-Gitter Sensoren gestatten, im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Verfahren, Messungen entlang einer Faser, wobei die Messorte durch unterschiedliche Wellenlängen codiert sind. Die mögliche Messstellenanzahl wird hauptsächlich durch den insgesamt verfügbaren Spektralbereich begrenzt.
Alle vorgestellten Messverfahren zeichnen sich durch ihre Immunität gegenüber elektromagnetischen Feldern aus, da die eigentlichen Sensorelemente nur aus dielektrischen Materialien (Glas, Klebstoff, Teflon, dielektrischer Verspie-gelung, GaAs, Fluorophor u.a.) bestehen. Die maximal messbare Temperatur wird durch die thermische Stabilität der eingesetzten Materialien bestimmt und liegt in der Regel bei etwa 300° C. Sensorlängen bis zu einigen hundert Metern sind bei allen Verfahren möglich. Anwendungsfelder der faseroptischen Temperaturmessung sind:

Mikrowellenchemie
Chemische Aufschlüsse unter erhöhtem Druck und Temperatur, die Bestimmung von Spuren und Ultraspuren in nachgelagerten Analysenverfahren, Syn-thesen sowie katalytische Prozesse erfolgen zunehmend in mit Mikrowellen beheizten Apparaturen. Faseroptische Thermometer bieten hier nahezu die einzige Möglichkeit zur thermischen Kontrolle und Steuerung des Reaktions-verlaufs.

Medizintechnik
Faseroptische Thermometer erlauben die Messung an Patienten und Materialien im Kernspintomographen, wo typisch magnetische

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