Ob als
Oberflächenwasser in Meeren, Flüssen und Seen oder als Grundwasser Wasser ist
eine über-lebenswichtige Ressource für Pflanze, Tier und Mensch. Trinkwasser wird
weltweit knapper und ist häufig gesundheitlich bedenklich. Allein fünf Millionen
Menschen sterben jährlich durch verunreinigtes Trinkwasser!
Weltweit steht die Wissenschaft vor der großen Herausforderung, moderne Sanierungs- und
Managementkonzepte zu entwickeln, die naturnah, nachhaltig, übertragbar und vor allem zu
bezahlen sein müssen. Probleme bereiten dabei mehr und mehr diffuse Stoffeinträge sowie
nicht sichtbare extrem toxische und hormonell wirksame Spurenstoffe.
Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle erarbeiten solche Konzepte in
europa- oder weltweit vernetzten Wissenschaftlerteams oft ausgehend von den
regionalen Beispielen Ost-deutschlands jedoch stets mit dem Anspruch der
internationalen Übertragbarkeit auf ähnliche Prob-lemfälle.
In den Tagebaulandschaften des mittel- und ostdeutschen Raumes entsteht zurzeit eine
Seenlandschaft mit etwa 120 neuen Seen, einige davon werden zu den 10 größten deutschen
Seen gehören. Die Probleme bei der Flutung der Tagebaue können vielfältig sein: Neben
Eutrophierung und VersalzungDas Restloch 111 in der
Lausitz enthält Wasser so sauer wie Essig. Durch Eisenverbindungen entsteht die
Rotfärbung.

|
ist eines der
Gravierendsten die potenzielle Versauerung etwa der Hälfte dieser Seen. Bei pH-Werten von
2 bis 3 wären sie weder wirtschaftlich noch für die Freizeitgestaltung nutzbar. Das UFZ
erarbeitet deshalb Konzepte, die einerseits die Versauerung schon während des
Flutungsprozesses im Sinne der Vorsorge verhindern und andererseits an
Lösungen für bereits existierende stark saure Seen. Im Unterschied zu herkömmlichen
Sanierungsverfahren durch chemische Neutralisierung, setzen die Wissenschaftler auf ein
kostengünstiges, einfach zu handhabendes und naturnahes sanftes Verfahren.
Dabei werden solche natürlichen, säureverbrauchenden Prozesse im See angeregt, die auf
der Leistung von natürlich vorkommenden Mikroorganismen basieren. Anwendung könnte das
Verfahren in Polen, Kanada oder Spanien finden, Länder, die ähnliche Probleme zu
bewältigen haben. In den vergangenen Jahren ist die
Wasserqualität vieler deutscher Flüsse aufgrund großer Anstregungen bei der
Verminderung siedlungsbedingter Einträge sichtbar besser geworden; nach wie vor bestehen
jedoch zu hohe diffusen Belastungen insbesondere aus dem Bereich der Landwirtschaft.
Großen Hand-lungs- und Forschungsbedarf gibt es zudem in Bezug auf die nicht sichtbaren,
okkulten Verschmutzungen. Ökotoxikologen des UFZ beschäftigen sich bspw. mit
der Frage, wie extrem toxische oder hormonell wirksame Spurenstoffe, Bakterien oder Viren
eliminiert werden können, ein Thema, das mit dem 11. September 2001 eine zusätzliche
Dringlichkeit bekommen hat und von potenzieller Sicherheitsrele-vanz für viele Staaten
der Erde ist.
Die Flussforschung am UFZ geht jedoch weit über die Betrachtung der eigentlichen
Fließgewässer hinaus und bezieht Einzugsgebiete und Flussauen in ihre Betrachtungen ein.
Ziel sind ganzheitliche Konzepte und Managementsysteme zur deren dauerhaft umweltgerechten
Nutzung, wie sie das neue europäische Wasserrecht fordert. Extremereignisse, wie das
Hochwasser dieses Jahres, bekräftigen diese Herangehensweise.
Keiner sieht es, niemand hört es vielleicht ging man deshalb Langezeit wenig
sorgsam um mit diesem riesigen Wasserreservoir, das für Natur und Mensch so
lebensnotwendig ist. Seit einigen Jahren nun beschäftigt man |

Für das Flussforschungsschiff UFZ, die Albis, sind
geringe Wassertiefen und Probenahmen in Buhnenfeldern von Elbe und Saale kein Problemsich intensiver als je zuvor mit seinem Schutz und kämpft an vielen
Orten der Welt gegen die Sünden vergangener Jahrzehnte. Beispiel Bitterfeld. 200
Millionen Kubikmeter stark verunreinigtes Grundwasser befinden sich unter der ehemaligen
Chemiestadt. Die Ursache sind Altlasten und Schadensfälle, viele davon schon entstanden
bevor man die DDR kannte! Ein Fall für das UFZ und Wissenschaftlerteams aus ganz Europa.
Gesucht wird eine innovative Sanierungstechnologie, die direkt im Grundwasser in
situ ansetzt und über den Modellstandort Bitterfeld hinaus anwendbar ist. In
dieser Dimension ist das Projekt absolutes Forschungsneuland.
Die am UFZ für viele Schadensfälle entwickelten sanften, naturnahen Sanierungsverfahren,
setzen auf die Aktivierung des natürlichen Selbstreinigungspotenzials. Werden für die
Mikroorganismen, die überall in Böden und Gewässern vorhanden sind, geeignete
Bedingungen geschaffen, so sind sie in der Lage, fast alle Schadstoffe abzubauen. UFZ
-Wissenschaftler untersuchen in diesem Zusammenhang auch neue Aspekte des Einsatzes von
Pflanzenkläranlagen, insbesondere im Hinblick auf ihr keimminderndes Po-tenzial und die
Fähigkeit Schwermetalle aus belastetem Abwasser zu beseitigen. Die Verfahren werden
insbesondere auf ihren Einsatz in Entwicklungs- und Schwellenländern geprüft und z.T.
mit ihnen gemeinsam entwickelt.
Susanne Hufe
UFZ - Umweltforschungszentrum
Leipzig - Halle GmbH
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
Tel: 0341 2352278
Fax: 0341 2352649
www.ufz.de |