3 2003

Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

   Wirtschaft und Wissenschaft

- -
   Transferbrief Leipzig
.
Geleitwort



Die Entwicklung neuer Produkte, die dank Innovationen und Einsatz von Spitzen-technologie eine hohe Wertschöpfung aufweisen, sind entscheidende Voraus-setzungen für einen erfolgreichen Wettbewerb der Unternehmen auf den nationalen und internationalen Märkten. Dies gilt besonders auch für die aufstrebende mitteldeutsche Region. In der sich gegenwärtig vollziehenden Neu-strukturierung der sächsischen Wirtschaft leistet die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) mit der Bearbeitung praxis-orientierter Forschungsthemen einen Beitrag zur Entwicklung und Förderung von Spitzentechnologien, vorzugsweise in Zusammenarbeit mit in der Region ansäs-sigen kleinen und mittleren Unternehmen. Wenn damit insgesamt die Lehr- und Forschungsbedingungen praxisnah ver-bessert werden, wenn junge Wissen-schaftler Aufgaben und Arbeitsplätze erhalten und schließlich als Neugründer von Unternehmen einen Beitrag zum Wirtschaftsaufbau leisten, gewinnen beide Seiten, die Wirtschaft wie die Wissenschaft. Wirtschafts- und Wissen-schaftspolitik sind somit gleichrangige Bestandteile einer modernen Infrastruktur-politik. Eine an den Zukunftsbedürfnissen ausgerichtete Wirtschaftspolitik wird nur erfolgreich sein können, wenn sie auf den Auf- und Ausbau von leistungsfähigen Hochschulen und Forschungseinrichtun-gen gestützt wird. Auch im Freistaat Sachsen wächst die Zahl der Unter-nehmen, die  in  Kooperationen  mit  den

Hochschulen Produkte der Spitzentechno-logien entwickeln, Märkte erschließen und so neue zukunftsträchtige Arbeitsplätze schaffen. Dies ist ein entscheidender Beitrag dafür, dass Talente nicht abwandern und Spitzenkräfte auch aus dem Ausland hinzukommen können. Deshalb kommt es darauf an, den eingeleiteten Strukturwandel hin zur Umsetzung von Innovationen in Spitzentechnologien und in wissensinten-siven Dienstleistungen konsequent fortzu-setzen. Forschung und technologische Entwicklung sind Grundlagen der Inno-vation. Diese ist keineswegs nur ein wirtschaftlicher Mechanismus oder ein technischer Prozess. Sie ist vor allem auch ein soziales Phänomen, denn Innovationen entstehen durch Menschen -durch ihre Kreativität, ihre Kompetenz, ihre Motivation und ihren Mut, Wagnisse einzugehen. In wissensbasierten Volks-wirtschaften sind daher jene Regionen besonders erfolgreich, in denen es gelungen ist, die Produktion von Wissen, seine möglichst weite Verbreitung und die Fähigkeit der verschiedenen Akteure (Einzelpersonen, Unternehmen oder Orga-nisationen) zur Aufnahme dieses Wissens effektiv miteinander zu verbinden. Die Wechselwirkungen zwischen Innovation, Wachstum und Beschäftigung sind kennzeichnend für leistungsstarke Regio-nen.
Ansehen und Zukunft des Wirtschafts-standortes Sachsen werden daher auch entscheidend von Umfang und Inhalt eigenständiger Forschung und Entwick-lung innerhalb des Freistaates bestimmt. Die Orientierung auf technologische Schlüsselgebiete soll dabei nicht nur Impulse für die Entstehung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze im High-Tech-Bereich geben, sondern auch die Konkurrenzfähigkeit der in Sachsen traditionell beheimateten Branchen stärken. Dafür bedarf es gleichermaßen der Grundlagenforschung, der ange-wandten Forschung und der Industrief-orschung. Gemeinsam bilden sie den Forschungs- und Technologiestandort Sachsen.
Die HTWK Leipzig ist in zahlreichen und thematisch breitgefächerten Forschungs und Entwicklungsvorhaben engagiert: Problemstellungen der Automatisierungs-technik, der Medientechnik, der Maschi-nenbauInformatik, des Umwelt-schutzes,

der Umweltsanierung, der Telekooperation in der Druckindustrie, des Electronic Busi-ness sowie der Sozialen Arbeit werden ebenso behandelt wie spezielle Frage-stellungen kleinerer und mittlerer Unter-nehmen beispielsweise im Marketing-bereich oder auch Analysen von Mensch-Umwelt-Beziehungen. Beachtlich sind die technischen Transferleistungen, von denen exemplarisch die experimentelle Trag-sicherheitsbewertung von Bauwerken genannt sei. Die Forschungsund Entwick-lungsarbeiten unserer Hochschule zu Baudenkmalpflege und Restaurierung stellen eine einzigartige Verbindung von Kultur und innovativer Bautechnologie dar.
Die inhaltliche Anpassung der Forschungs und Entwicklungsschwerpunkte der HTWK Leipzig orientiert sich auch zukünftig an den im Wandel befindlichen Bedürfnissen der Region. Unsere Vision von anwen-dungsorientierter Hochschulforschung und Innovationsstärke des regionalen Umfeldes besteht in kontinuierlicher gegenseitiger Interaktion aller beteiligten Partner. Nur in einer solchen Atmosphäre entwickelt sich das, was gute Wissenschaft im Kern ausmacht: Kreativität. Deshalb kommt es darauf an, den eingeleiteten Strukturwandel hin zur Spitzentechnologie und zu wissensintensiven Dienstleistungen konse-quent fortzusetzen.
 

 

Prof. Dr. Manfred Nietner
Rektor der Hochschule für Technik,
Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH)
 

2

Transferbrief Leipzig 3/2003