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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig

 
Risikomaterialtest. Erfolgreiche Kooperation Veterinär-Anatomisches Institut
und Labordiagnostik GmbH Leipzig

mit der pharmazeutischen und diagnostischen Industrie stellen sicher, dass die Produkte und Dienstleistungen der Labor Diagnostik Leipzig dem neuesten Stand der internationalen For- schung entsprechen. Der gemeinsam entwickelte Test beruht auf dem Nachweis von hirnspezifischen Prote-inen, die mit Hilfe von monoklonalen Antikörpern erkannt werden. Professionell hergestelltes Unter-suchungsmaterial mit definierten Beimengungen an Hirngewebe wurde von der Bundesanstalt für Fleisch-forschung bereit gestellt. Zwei der getesteten Markerproteine erwiesen sich als sehr gut geeignet für den Nachweis von Risikomaterial in verschiedenen Fleischerzeugnissen bis hin zu Vollkonserven. Das Hauptanwendungs-gebiet des Tests stellt aber die wirkungsvolle Kontrolle des sogenannten Verarbeitungsfleisches dar, die bereits im verarbeitenden Betrieb im Rahmen der Qualitätssicherung erfolgt. Hier ist es vor dem Hintergrund der Produkt-haftung im elementaren Interesse des Herstellers, derartige Verunreinigungen oder sogar illegale Beimengungen (Streckungen) sicher zu erkennen und derartiges Material ausschleusen zu können. Erst dadurch kann den Anforderungen hinsichtlich eines vorbeugenden Verbraucherschutzes flächendeckend Genüge getan werden. Anfang 2004 wurden Prototypen eines ELISA- Systems unter Verwendung der beiden Markerproteine zum Patent angemeldet.

Dr. med. vet. Tobias Stahl
Juniorprofessur Funktionelle Neuroanatomie
Veterinär-Anatomisches Institut
Veterinärmedizinische Fakultät,
Universität Leipzig
An den Tierkliniken 43
04103 Leipzig
Telefon: (0341)9738034
Fax:      (0341)9738029
e-mail: Tobias Stahl stat@medizin.uni-leipzig.de
Internet: http://www.unileipzig.de/~vetana/

Dipl.-Biochem. JörgGabert
Labor Diagnostik GmbH Leipzig
Deutscher Platz 5b
04103 Leipzig
Telefon: (0341) 124540
Fax: (03 41) 1245460
e-mail: lg@lab-leipzig.de
Internet: http://www. lab-leipzig. de

Dr. Stahl und Frau Arnold bei der Untersuchung von Proben

Seit ihrem ersten Auftreten im Jahr 1994 wurden in Großbritannien und Frankreich über 150 Fälle einer neuartigen, tödlich verlaufenden Gehirnerkrankung gezählt. Ursache der sogenannten neuen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit ist der Erreger des Rinderwahnsinns/ BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie). Der Erreger gilt als potentiell auf den Men- schen übertragbar. Eine wesentliche Säule des vorbeugenden Gesundheitsschutzes ist es deshalb, alle vom Rind stammenden, potentiell infektiösen Gewebe und Organe von der menschlichen Ernährung auszuschließen. Nervengewebe ist auf Grund des hohen Erregergehalts besonders infektiös und wird deshalb zu den sogenannten spezifizierten Risiko-materialien gerechnet. Diese Risiko-materialien müssen während der Schlachtung vom Tierkörper getrennt, gesondert gekennzeichnet und anschließend vernichtet werden. Für die Einhaltung der Verwendungsverbote werden spezifische Testsysteme zum Nachweis von Risikogeweben benötigt. 2001 begannen - auf Anregung der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach - Neurowissenschaftler des von Prof. Dr. Johannes Seeger geleiteten Bereiches Histologie/Embryologie am Veterinär-Anatomischen Institut mit der Entwicklung eines solchen Testsystems. Die Wissenschaftler, die bisher Hirngewebe lichtmikroskopisch und

ultrastrukturell untersuchten, waren jetzt gefragt, Nervengewebe in Fleischwaren aufzufinden. Kenntnisse über hirnspezi-fische Proteine waren eine notwendige Voraussetzung für das Projekt. Erworben wurde dieses Wissen in 10 Jahren Forschungsarbeit zur Degeneration neuronaler Strukturen. Verwirklicht wurde das von der Sächsischen Aufbaubank geförderte Entwicklungsvorhaben gemein-sam mit der Firma Labor Diagnostik GmbH Leipzig. Die Firma wurde 1996 von den geschäftsführenden Gesellschaftern Dipl.-Biochemiker Jörg Gabert und Dipl. Wirtsch.-Ing. Dr. Wilhelm Zörgiebel gegründet. Gegenwärtig hat sie 30 Mitarbeiter. Der überwiegende Anteil der Molekularbiologen, Biochemiker und Tier-ärzte ist in den Bereichen Forschung und Entwicklung beschäftigt. Produkt-schwerpunkt sind veterinärmedizinische Diagnostika für die Herden- und Bestandsüberwachung im Rahmen des vorbeugenden Verbraucherschutzes.
Seit 2003 hat die Labor Diagnostik GmbH
ihren Hauptsitz in der Leipziger BioCity. Neben den Forschungs- und Entwicklungs-aufgaben deckt die Firma das volle Spektrum der Veterinärdiagnostik ab. Mittelpunkt der Produktpalette und des Dienstleistungsangebotes sind immuno-logische und molekularbiologische Unter-suchungen, basierend auf dem ELISA Prinzip bzw. der PCR, für Tierzüchter, die fleischverarbeitende Industrie, Tierärzte und zoologische Gärten. Die intensive Zusammenarbeit mit Forschungs-einrichtungen und Kooperationen
 

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