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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig
 

Während für große Liefermengen und dauerhafte Lieferbeziehungen auch mittel- bis langfristige Verträge mit Speditionen eingegangen werden, sind kleinere Unternehmen bemüht, sich an preiswerteren Sammeltransporten mit der entsprechenden Anzahl von Umladevorgängen zu beteiligen. Daraus folgend müssen die Transport-verpackungen wesentlich höheren Belastungen standhalten. Während Forschungsaktivitäten für die grafische Industrie auf eine lange Tradition zurückblicken können, wurden Forschungsprojekte für die Packmittel herstellenden Unternehmen sowie für Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelhersteller, Parma- und Kosmetikproduzenten erst in den letzten 10 Jahren am Fachbereich bearbeitet. Die Besondertheit bei diesen Projekten ist die Tatsache, dass die Er- gebnisse dieser Untersuchungen und die Auftraggeber aus Wettbewerbs-gründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle nur ein grober Überblick der Aktivitäten gegeben. Untersuchun-gen wurden durchgeführt zum Verarbeitungsverhalten von faserförmi-gen Packstoffen für die Schachtel-herstellung auf der einen Seite und zum Verarbeitungsverhalten von Kunststoffen für die Beutelherstellung und die Herstellung von Blistern. Zentrale Fragestellung war das Siegelverhalten von Kunststoffen und die Ermittlung optimaler Siegelparameter, die durch ein Laborsiegelgerät der Fa. Kopp bestimmt werden können (vgl. Abb. 1 Laborsiegelgerät). Für faserförmige Packstoffe wie Karton, Pappe und Wellpappe wurden Untersuchungen zum Stanzen und zum Rillen durchgeführt. Darüber hinaus wurden Schneidkräfte beim Stanzen in Abhängigkeit von der Schneiden-eometrie ermittelt und die Standzeit von Magnetblechen für das rotative Stanzen bestimmt. Für mehrere Anwendungs-fälle wurde das Aufrichteverhalten von Schachtelzuschnitten und geklebten Faltschachtel untersucht. Hierbei waren die Effektivität in den Abfüllanlagen und die Qualität der Packungen im Fokus der Forschungs- aktivitäten. Auf Grund der Tatsache, dass kein geeignetes Messgerät zur Ermittlung des Falt-kraftverlaufes beim Biegen von gerillten oder schlitzperforier- ten Biegestellen an Schachtelzuschnitten am Markt verfügbar ist, wurde der Kontakt zur Fa. 'Kögel  in   Leipzig/ Engelsdorf   aufge-


 

 

 

 

 

 

 


 


     Abb. 2 Biegesteifigkeitsmeßgerät

nommen und die Anforderungen an ein entsprechendes Messgerät formuliert. Der Prototyp für eine solche Messaufgabe  wurde  von der Fa. Kögel gebaut und im September 2003 an das Lehrgebiet Verpackungstechnologie ge-liefert. Die Finanzierung dieses Gerätes erfolgte aus Drittmitteln der genannten Projekte. Mit dem Gerät besteht die Möglichkeit, die Biegesteifigkeit von Karton und Pappe nach der 2-Punktmethode und die Biegekräfte und Rückstellkräfte bei frei wählbaren Winkeln zwischen 1 und 150° Biegewinkel zu ermitteln (vgl. Abb. 2 Bie- gesteifigkeitsmeßgerät). Alle Studieren-den am Fachbereich Polygrafische Technik müssen nach dem Abschluss des Faches Projektmanagement im 5. Semester ein Projekt bearbeiten. Für die Studierenden der Studienrichtung Ver-packungstechnik ist es in den letzten Jahren gelungen, Projekte von namhaften Firmen aus der verschiedenen Branchen zu akquirieren. So wurden beispielsweise Vorschläge für neue Käseverpackungen, für eine Sommerpraline, für Sonnen-kosmetik, für Zahnbürsten und zu letzt für ein spezielles Lebensmittel erarbeitet. Präsentiert wurden die Ergebnisse in den Unternehmen. Dabei wurde jeweils eine umfangreiche Präsentation mit den Schwerpunkten Marktstudie, Befragung von Konsumenten, systematische Lösungsfindung und Vorschläge für Varianten mit Bewertung erstellt und von allen Teammitgliedern arbeitsteilig vorge-tragen.   In allen   Fällen   wurden

Prototypen für neue Verpackungen hergestellt und dabei auch die Umsetzung diskutiert. Alle Teammitglieder konnten erworbene Kenntnisse und Fähigkeit unter Beweis stellen und resümierten einen hohen Lerneffekt. Aus Geheimhaltungsverpflichtun-gen können an dieser Stelle leider keine detaillierten Ausführungen gemacht werden.
Die Herausforderungen für Verpackungs-entwickler in der heutigen Zeit sind vor allem hinsichtlich einer kreativen Gestaltung der Verpackung gestellt. Ziel ist höchste Aufmerksamkeit und Akzeptanz im Markt. Werbewirksame Botschaften müssen darge-stellt werden und Emotionen ausgelöst werden. In der Regel ist dies nur mit größerem Aufwand zu erreichen. Auf der anderen Seite dürfen die Kosten für die Packstoffe, Packmittel und für den Verpackungsprozess nicht steigen. Unsere Absolventen werden auf diese Aufgaben vorbereitet.



 

Prof. Dr.-Ing. Eugen Herzau
Hochschule für Technik Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH),
Fachbereich Polygrafische Technik Studiengang Druck- und Verpackungstechnik Lehrgebiet Verpackungstechnologie

Telefon: (03 41) 217 03 36
Fax: (0341)2170308
e-mail: herzau@fbp. htwk-leipzig. de
Internet: http://www. fbp. htwk-leipzig. de

Wirtschaft und Wissenschaft     Transferbrief Leipzig  3 2004

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