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   Wirtschaft und Wissenschaft

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   Transferbrief Leipzig
 

Innovation durch regionale Rückstandsverwertungsnetze -
Projekt zur kooperativen Rückstandsverwertung im Südraum Leipzig

Regionale Verwertungsnetze können zur  Verwirklichung einer nachhaltigen Kreis-laufwirtschaft beitragen, wenn es gelingt, entsprechende Bedingungen, gemein-same Ziel- und Aufgabenstellung und Instrumentarien für eine effektive und ver-trauensvolle Zusammenarbeit von Unter-nehmen in einer Region zu entwickeln und durchzusetzen. Angesichts des Inkrafttretens der TA Siedlungsabfall im Juni 2005 werden die Unternehmen Veränderungen ihrer bisherigen Entsor-gungslösungen vornehmen müssen, um aus ihrer Sicht vor allem mögliche ökono-mische Belastungen zu reduzieren. Regionale Verwertungsnetze können dafür eine Alternative sein, Innovationen und nachhaltige Kreislaufwirtschaft in Regionen fördern. Verwertungsbeziehun-gen im Südraum Leipzig Der Leipziger Südraum als strukturschwaches und von wirtschaftlicher Monostruktur geprägtes Gebiet brauchte und braucht Impulse für seine Entwicklung. Die Untersuchung zur kooperativen Rückstandsverwertung wur-de auch deshalb hier angesiedelt (vgl. Abschlußbericht zum Forschungsprojekt 4-7531.50-03-966-00/1 beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst). Die Abfallströme wurden einmal unter Nutzung der bisherigen Ergebnisse der abfallwirtschaftlichen Branchenarbeit in Sachsen (Industrieabfall Koordinie-rungsstelle) erfasst, um Arten von Abfallströmen in ihrem quantitativen und qualitativen Aufkommen im Südraum Leipzig zu ermitteln. Nach dieser Ge-samtsicht konzentrierten sich die weiteren  Untersuchungen  auf  die  Stoff-
 

und Energieströme Gießereialtsande, Altholz/ Restholz/ Durchforstungsholz, Kunststoffaltprodukte aus medizinischen Einrichtungen, Rückstände der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie den Wärmeverbund Espenhain.

Das Beispiel Altholz
Altholz kann energetisch und stofflich genutzt werden. Inzwischen haben sich lukrative Märkte entwickelt, die deutschland- und europaweit verbreitet sind. Das Marktinteresse an Altholz ist auf seine Verwendung zur Herstellung von neuen Produkten, aber auch hinsichtlich seiner effektiveren energetischen Nutzung aufgrund neuer Technologien gerichtet, wie die Erzeu- gung von Energie und Wärme in Biomasseheizanlagen und -kraftwerken. Zum Zeitpunkt der Unter-suchung wurde der Großteil des Altholzaufkommens im Südraum Leipzig aufgrund starker Marktnachfrage nicht genutzt. Dadurch gehen der Region Effekte regionaler Kreislaufwirtschaft und damit auch Effekte für die regionale Wertschöpfung verloren. Die Unter-suchungen zeigen, dass die Aufarbeitung von Altholz im Südraum zum Beispiel Potenzial für ein Biomasseheizkraftwerk ergibt (vgl. Übersicht) und Bündelungs-effekte mit anderen energetisch nutzbaren Stoffströmen im Sinne regionaler Verwertungsnetze in Verbindung mit der Schaffung neuer Technologien erschließ-bar werden; auf diesem Wege können Stabilität, Qualität und Effizienz der energetischen Verwertung gesichert werden.

Fazit  
Zur Realisierung des Kreislaufprinzips sollen in regionalen Verwertungsnetzen Verwertungsbeziehungen aufgebaut und gestaltet werden, die sich ökonomisch tragfähig und umweltverträglich verwirk-lichen lassen und so zur Verbesserung der Standort- und Lebensqualität in Re-gionen beitragen. Geht man davon aus, dass Verwertungsbeziehungen innovati-ves Potenzial enthalten, was im Sinne des integrierten Umweltschutzes für  In-putsubstitutionen, Verfahrensänderungen und Produktentwicklungen entsprechend der Nachfrage auf den regionalen, nationalen und internationalen Märkten erschlossen werden kann, so stellen etablierte Verwertungsnetze einen wich-tigen regionalen Wirtschaftsfaktor dar. Sie können effiziente Wege des Umwelt-schutzes und des nachhaltigen Wirt-schaftens aufzeigen und damit positive Auswirkungen auf das Wirtschafts-wachstum und die Beschäftigung in der Region haben.

 

Prof. Dr. Ursula Altenburg
Universität Leipzig
Wirtscha ftswissenscha ftliche Fakultät
Lehrstuhl Handel und Distribution
Marschnerstraße 31
04109 Leipzig
Telefon: (0341) 97-33761
Fax: (0341)97-33762
e-mail: altenbur@wifa. uni-leipzig. de
Internet: www. uni-leipzig. de/wifa/handel

Übersicht: Beziehungen bei der Verwertung von Altholz sowie Rest- und Durchforstungsholz unter den Bedingungen der neuen Altholzverordnung im Südraum Leipzig


Beispiele für Verwertungsbeziehungen


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